Zum traditionellen Fränkischen Mariensingen am Pfingstmontag in der Wallfahrtskirche Fährbrück sind zahlreiche Gläubige und Musikliebhaberinnen und -liebhaber gekommen. Viele Jahre hatte Anton Böhm die Veranstaltung mit Herzblut organisiert. Nach dessen Tod übernahm nun dankenswerterweise sein Sohn Stefan die Mitgestaltung. Veranstalter der musikalischen Stunde war die Arbeitsgemeinschaft Fränkische Volksmusik Unterfranken (ARGE).
ARGE-Vorsitzende Inka Pfister hieß die Besucherschar im frühbarocken Gotteshaus willkommen. Sie bat darum, den Applaus für die einzelnen Mitwirkenden bis zum Ende aufzusparen. Dadurch entstand während des Mariensingens eine ruhige, spürbar tiefe und ungestörte Atmosphäre im Gotteshaus.
Die Schrolla-Musikanten eröffneten den Nachmittag mit einer feierlichen Intrada und eindrucksvollem Klangbild. Filigrane Akzente setzte die Saitenmusik Rhau-Parente. Insbesondere Luigi Antonio Parente berührte mit seinem Harfensolo „In der Blumenwiese“ die Herzen. Die Vasbühler Sängerinnen und die Vasbühler Krammetsvögel überzeugten mit vielstimmigem Gesang und Liedern wie „Schwarze Madonna“, „Geleite durch die Wellen“ und „Drei schöne Blümelein“.
Im Mittelpunkt aller Stücke stand die Gottesmutter Maria als Trösterin und Vertraute. Die Lieder gaben den Sehnsüchten nach Frieden, Kraft und Geborgenheit Raum. Sprecherin Gertrud Pfister beleuchtete die Höhen und Tiefen im Leben Marias, die darauf vertraut habe, „dass Gott alles zu einem guten Ende führt“. Ein Höhepunkt war Pfisters Rezitation des Magnifikats: Diesen Bibeltext übersetzte sie feinsinnig ins Fränkische und beschrieb Mariens Liebe zu Gott berührend „mit meiner ganza Seal“ (mit meiner ganzen Seele).
Eine herzliche Verbindung war beim gemeinsamen Singen von Liedern wie „Maria Maienkönigin“ und dem „Fährbrücker Wallfahrtslied“ spürbar. Nach 22 Programmpunkten, dem abschließenden „Abendgruß an Maria“ und einem Segensgebet dankte das Publikum den Mitwirkenden mit langanhaltendem, stehendem Applaus.
