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Zeugen unserer fränkischen Landschaft

Burggrumbach
Segnung des restaurierten Bildstocks St. Martin und neuer Standort

Nach dem Festgottesdienst am Kirchweihsonntag, 9. November 2025, segnete Pfarrer den restaurierten Bildstock „St. Martin“.

Bereits im Sommer 2025 war das religiöse Denkmal nach der Restauration an seinem neuen Standort in der Bergstraße aufgestellt worden. Zuvor befand sich das Bildrelief in der Außenmauer eines Wirtschaftsgebäudes in der Austraße 5. Nach deren Abbruch wandte sich der Besitzer Günter Kamm aus Sorge um den Erhalt an den Kulturgeschichtlichen Arbeitskreis, der die fachgerechte Restauration beauftragte und das Bildrelief in eine Sandsteinstele integrieren ließ.

Das Relief zeigt den hl. Martin als Reiter, der seinen Mantel mit einem Bettler teilt. Durch diese Tat ist Martin zur Ikone der Nächstenliebe geworden. Seit über 1600 Jahren verehren ihn Christen aller Konfessionen dafür in ganz Europa.

Gestiftet wurde das grüne Sandsteinrelief im Jahr 1866 von Johann und Eva Reuthal. Zwar sollte der ursprüngliche Standort eines solchen Denkmals respektiert werden, doch war dies aufgrund der vorgenommenen Baumaßnahmen nicht mehr möglich.

Bei dem Relief handelt es sich um ein Fragment – genauer um das Oberteil (Kapitell) eines ehemaligen Bildstocks. Bei der Umarbeitung alter oder beschädigter Bildstöcke wurden solche Reliefs früher häufig günstig angeboten, um sie anschließend in Mauern einzulassen.

Im 18. Jahrhundert wird die Darstellung von Heiligen auf Bildstöcken üblich; oftmals diente der Patronatsheilige (Kirchenheilige) als Motiv. Mit dem 1866 gestifteten Relief wurde in Burggrumbach erstmals der Kirchenpatron St. Martin auf einem Bildstock dargestellt. Das Werk war keine Auftragsarbeit der Stifter, sondern der Kauf eines überarbeiteten Kapitells, das vermutlich von einem beschädigten Bildstock aus der Zeit vor 1800 stammt.

Die Bildstöcke der Region wurden von örtlichen Handwerks- und Steinmetzbetrieben geschaffen. Ihre Formen und Gestaltungen geben nicht nur Auskunft über den Geschmack und die finanziellen Möglichkeiten der Auftraggeber, sondern auch über das Können der ausführenden Werkstätten. Das Relief zeugt vom handwerklichen Schaffen der ländlichen Steinmetze und vom Festhalten an traditionellen Formen. Die meisten dieser  Handwerker waren solide Fachleute, aber keine Künstler; sie gingen eigene Wege und orientierten sich kaum an Stilneuerungen oder Kunstepochen. Aus der Formengestaltung dieses Kleindenkmals lässt sich aber keine Stilrichtung ableiten.

„Bildstöcke sind Markierungspunkte und unverwechselbare Zeichen unserer fränkischen Heimat. Sie schmücken Dörfer und Fluren, spiegeln Lebensalltag, Sitten und Bräuche wider, zeugen von der tiefen Volksfrömmigkeit unserer Vorfahren und stiften kulturelle Identität. Es bleibt deshalb eine zentrale Aufgabe des Kulturgeschichtlichen Arbeitskreises, dieses Erbe zu bewahren“, betonte Vorsitzender Günter Dusel. Im Namen des Arbeitskreises dankte er Bürgermeister Alois Fischer herzlich für dessen beständige Unterstützung und die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Bürgermeister Alois Fischer hob die große Formenvielfalt der Martern in Franken hervor. Diese reiche von hoher Kunst bis hin zu zeitloser Volkskunst in einfachen Darstellungen. Zugleich würdigte er das Engagement des Arbeitskreises: „Danke für Ihren Beitrag dazu, dass unsere Bildstöcke ein wesentlicher Bestandteil der fränkischen Heimat bleiben und als Zeugen unserer fränkischer Landschaft fortbestehen.“

Günter Dusel